Die Reform der Kur

Reform der Kur GVA
Die Reform der Kur durch die PVA

Die Kur wurde in diesem Jahr reformiert und einige Änderungen haben sich dadurch ergeben. Sie heißt jetzt „Gesundheitsvorsorge Aktiv“, kurz GVA. Die GVA setzt ihren Fokus mehr auf Prävention und Bewegung. Durch diese Maßnahme soll das faktische Pensionsalter erhöht werden. Langfristig ist das Ziel, einen verbesserten Lebensstil und damit eine Steigerung der Lebensqualität und mehr gesunde Jahre zu erreichen. Speziell bei Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates – eines der häufigsten Krankheitsbilder – soll die GVA greifen.

Das neue modulare System/ Der Aufbau der GVA

Die GVA besteht aus mehreren Modulen. Alle Patienten werden zuerst das Basismodul durchlaufen. In diesem finden Bewegungstherapien, Kraft- und Ausdauertraining sowie Entspannungstraining statt. Zusätzlich gibt es bei Bedarf in diesem Modul auch eine Raucherberatung.

Nach diesem Basismodul gibt es drei Aufbaumodule, die die Gestaltung einer individuellen Therapie ermöglichen. Diese drei Module sind Bewegungsoptimierung, Bewegungsmotivation und mentale Gesundheit. Generell sollen mehr Aktivtherapien am Programm stehen und ja nach Bedarf werden die Bewegungsoptimierung, die Bewegungsmotivation und die mentale Gesundheit gefördert.

Das Modul Bewegungsoptimierung für all jene geeignet, die bereits regelmäßig Sport machen. Hier werden überprüft, ob die Übungen richtig durchgeführt werden und es werden Optimierungsempfehlungen gegeben. Das Modul Bewegungsmotivation richtet sich an all diejenigen, die sich noch nicht sehr viel bewegen. Ziel dieses Modules ist es, Freude und Lust an der Bewegung zu vermitteln und zu fördern. Nach und nach wird so die körperliche Aktivität gesteigert.

Das Modul Mentale Gesundheit ist für jene Menschen bestimmt, die bereits eine psychische Belastung verspüren und unter Druck stehen. Hier liegt der Fokus auf Stressprävention. Das soll durch Entspannungs- und Abgrenzungsmechanismen erreicht werden. Zusätzlich sollen auch die Selbstschutzmechanismen gestärkt werden.

Neben dem Basismodul und den Aufbaumodulen gibt es auch Ergänzungsmodule, die sich beispielsweise mit Ernährung oder auch mit dem Thema „Aktiv und selbstbestimmt im Alltag – ein Leben lang“ beschäftigen. Für Pensionisten sieht diese neue Vorsorge außerdem spezielle Angebote vor, die verhindern sollen, zum Pflegefall zu werden.

Dauer und Aufteilung der GVA

Anders als die Kur bisher kann die GVA für Berufstätige geteilt werden, sodass der Aufenthalt von 3 Wochen nicht am Stück stattfinden muss. Nun ist es möglich, 2 Wochen zu absolvieren und die fehlende Woche innerhalb 6 Monate nachzuholen.
Innerhalb von 5 Jahren kann maximal zweimal ein Kurheilverfahren beantragt werden. Öfter ist eine Kur nur dann zulässig, wenn eine „besondere medizinische Begründung“ dafür spricht. Das ist etwa bei Morbus Bechterew Patienten häufig der Fall.

Der Weg zur GVA

Die Antragstellung hat sich im Vergleich zu der bisherigen Kur nicht wesentlich geändert. Noch immer muss ein Formular zusammen mit einem Arzt ausgefüllt werden. Dieser Antrag muss eine Diagnose des Arztes enthalten und gut begründet sein. Danach wird der Antrag an den Sozialversicherungsträger geschickt und dort geprüft.

Und was passiert mit der klassischen Kur?

Bisher ist noch ungeklärt, was mit der bisherigen Kur passieren wird. Zum jetzigen Zeitpunkt wird die GVA nur bei Kuraufenthalten für den Bewegungs- und Stützapparat angewendet, ansonsten bleibt die bisherige Form der Kur bestehen. Geplant ist allerdings, dass auf langfristige Sicht die GVA bei allen Kuraufenthalten zur Anwendung kommt. Ob es wirklich dazu kommt, ist aber ungewiss, weil die GVA nicht für alle Patienten geeignet erscheint.

Quellen:

http://www.pensionsversicherung.at
https://diepresse.com/home/innenpolitik/5389742/Die-klassische-Kur-wird-abgeschafft
https://www.baerenhof.at/gesundheitszentrum/Weg-zur-GVA-Baerenhof.aspx

Veröffentlicht am: 3. Sep. 2018

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