Fünf vor zwölf: Unterstützung dringend benötigt

Alltagsgschicht Fünf vor zwölf

Frau Preininger berichtet…

Kürzlich ist ein Anruf bei uns im Büro von einem älteren Ehepaar hereingekommen. Sofort habe ich die Verzweiflung in ihren Stimmen gehört. Allerdings hatte ich anfangs Schwierigkeiten zu eruieren, um was es eigentlich ging; beide sprachen abwechselnd, ängstlich und fast weinend ins Telefon und baten um dringende Hilfe. Ich bot Ihnen an, sie direkt zu Hause zu besuchen und zu beraten und erleichtert nahmen sie das Angebot an. Kurz darauf machte ich mich auf den Weg.

Gleich beim Eintreffen sehe ich, was los ist: Beide sind nicht mehr mobil, die Frau kann fast nicht mehr kochen, geschweige denn einkaufen gehen; der Mann ist bereits im Rollstuhl und kann auch nicht mehr Auto fahren. Sie erzählen mir von ihren Nöten und Ängsten. Sie wissen nicht, was sie tun sollen. Sie haben zwar einen Sohn, aber sein Lebensmittelpunkt ist in Amerika; er hat dort eine Frau und Kinder und kommt nur alle paar Jahre zu seinen Eltern auf Besuch. Letztendlich sind sie also auf Hilfe und Unterstützung angewiesen und benötigen dringend einen Ausweg.

Ich kläre das Ehepaar über die Möglichkeiten auf, wie z.B. Pflegegeld, Heimhilfe, Menüdienst, etc. Dann fülle ich auch gleich gemeinsam mit dem Ehepaar die passenden Formulare bzw. Anträge aus und nehme diese dann mit ins Büro, um sie von dort weiterzuleiten. Außerdem rufe ich auch noch einen Fernsehmechaniker an – die Fernsehprogramme wurden von der Frau verstellt und nun geht kein Programm mehr. Der verlässliche Techniker verspricht, noch am gleichen Tag zu dem Ehepaar zu fahren, um den Fernseher wieder zum Laufen zu bringen!

Auch jetzt bin ich noch telefonisch mit dem Ehepaar in Kontakt; hin und wieder rufen sie nämlich an, wenn es Probleme bei ihnen gibt, bzw. wenn etwas zu beantragen ist!

Veröffentlicht am: 26. Nov. 2018

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